Kunstfahrt 2017 | Bonn

16. / 17. September 2017

Die zweitägige Kunstfahrt führte uns in diesem Jahr in die ehemalige Bundeshauptstadt Bonn. Sie kann auf eine 2000 jährige Geschichte zurückblicken, die auf germanische und römische Siedlungen zurückgeht und damit eine der ältesten Städte Deutschlands ist.

Nach der Wiedervereinigung im Jahr 1990 und der Verlegung des Parlaments- und Regierungssitzes nach Berlin, musste sich Bonn neu erfinden. Die Stadt verfügt heute über eine große Anzahl bedeutender Museen. Eine regelrechte Museumsmeile mit fünf Museen entstand Anfang der neunziger Jahre und ist mittlerweile Anziehungspunkt für Kunst- und Kulturinteressierte aus der ganzen Welt.

So auch für die Mitglieder des Kunstkreises Porta Westfalica, die gleich nach Ankunft in Bonn das Kunstmuseum Bonn besuchten, das von dem Berliner Star - Architekten Axel Schultes entworfen und 1992 eröffnet wurde. Es zählt mit seinem „fließendem Raumkonzept“ zu den großen Museen der Gegenwartskunst. Die Architektur besticht sowohl von Außen als auch von Innen durch seine Offenheit und Lichtführung. Eine überaus kompetente Führung durch die aktuelle Ausstellung von Gerhard Richter „ Über Malen- Frühe Bilder“, die das Museum zu seinem 85. Geburtstag organisiert hat, führte uns in sein Werk ein. Die Malerei ist für Richter eine Gestaltung von Oberflächen, ein Spiel mit der Scheinhaftigkeit von Kunst, die die Realität, die hinter dem Bild liegt, allenfalls erahnen lässt. Speziell die Tür-, Vorhang- und Fensterbilder, die im Zentrum der Ausstellung stehen, führen uns dies vor Augen.

Der Nachmittag gehörte der Stadtführung in der Innenstadt, die alle wichtigen Sehenswürdigkeiten Bonns einschloss. Wir sahen das „Alte Rathaus“, in dem 1738 der Kurfürst und Erzbischof von Köln Clemens August seine Amtsgeschäfte aufnahm, das Beethovenhaus, in dem Beethoven im Dezember 1770 geboren wurde und das eine umfassende Beethoven-Sammlung zusammengetragen hat, von Musikinstrumenten über Handschriften bis zu Hörrohren. Weiter das Beethoven Denkmal, die Münsterbasilika St. Martin und das Kurfürstlichen Schloss. Das war die Residenz der Kölner Kurfürsten. Seit 1818 hat die Rheinische Friedrich-Wilhelm Universität hier ihren Sitz.

Der zweite Tag führte uns in die Bundeskunsthalle der Bundesrepublik Deutschland. Der markante Bau wurde nach Plänen des Wiener Architekten Gustav Peichl errichtet. Die  weithin sichtbaren und elegant zugespitzten Lichtkegel, die in einer leuchtend Majolika-Verkleidung erstrahlen, entwickelten sich von Beginn an nicht nur zum Wahrzeichen des Hauses, sondern auch zu einem Wahrzeichen der Stadt. Eine steile Treppe führt hinauf zur bepflanzten Dachlandschaft, die als öffentlicher Raum für Skulptur- und Gartenausstellungen dient. Die Architektur im Inneren bietet ein differenziertes und variables Raumkonzept, das sowohl mit Tages- als auch mit Kunstlicht beleuchtet werden kann.

Die aktuelle Ausstellung war einem Maler der frühen  Moderne, dem Schweizer Ferdinand Holder gewidmet, der von 1853 – 1918 gelebt hat. Rund 100 zum Teil großformatige Gemälde und 40 Zeichnungen veranschaulichen eindrücklich, welche Etappen und Ereignisse zu seinem internationalen Erfolg beigetragen haben. Auch diese Ausstellung wurde uns durch eine überzeugende und professionelle Führung näher gebracht.

Die letzte Station unserer diesjährigen Zweitagesfahrt führte uns in den schönsten Garten der Stadt, den Botanischen Garten. Hinter dem Poppelsdorfer Schloss gelegen, das z.Z. geschlossen und restauriert wird, ist er der Universität Bonn angeschlossen und einer der ältesten Gärten  Deutschlands. So wurden unsere Führungen denn auch von zwei bewanderten Doktoren der Botanik mit viel Leidenschaft und Hingabe durchgeführt. Kernaufgabe als universitäre Einrichtung ist hier Forschung und Lehre mit dem Kultivieren von etwa 11000 Pflanzenarten. Der Garten ist aber auch Naherholungsgebiet der Bonner Bürger, sowie Veranstaltungs- und Begegnungsort. Nach einem gewaltigen Regenguss vor der Führung kam die Sonne wieder zum Vorschein und bescherte uns im Botanischen Garten einen zauberhaften Ausklang unserer Kunstreise.