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Einmal im Jahr suchen wir uns künstlerisch lohnenswerte Städte und Ziele, die wir gemeinsam entdecken. Hier einige Eindrücke aus den vergangenen Jahren:


Nachhaltiges Kunsterlebnis in Holland

Mitglieder des Kunstkreises Porta Westfalica besuchten das Kröller-Müller Museum in Otterlo und die Stadt Utrecht.


Von Hans-Martin Polte

Porta Westfalica (pte). 

Ein Paradies für Kunstliebhaber, das Kröller-Müller Museum in Otterlo inmitten eines wunderschönen Skulpturengartens, erlebten 35 Mitglieder und Freunde des Kunstkreises Porta Westfalica bei einer zweitägigen Hollandfahrt.

Hinzu kam ein Besuch der historischen Stadt Utrecht mit dem ältesten Stadtmuseum der Niederlande, dem „Central Museum“, in dem eine große Vielfalt an Kunstwerken holländischer Künstler vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart zu besichtigen war. Aber auch interessante Ausgrabungsstücke wie etwa ein tausend Jahre altes Lastschiff konnten die Besucher bestaunen.

Unbestrittener Höhepunkt der Kunstfahrt war der Besuch des berühmten Kröller-Müller Museums, das in der Mitte des Nationalparks De Hoge Veluwe nördlich von Arnheim  steht und von einem der größten Skulpturenparks Europas umgeben ist.

Verteilt auf 25 Hektar grüner Freifläche sind hier über 160 Skulpturen namhafter Künstler aufgestellt, die von den Portaner Besuchern in Form eines ausgiebigen Spaziergangs unter fachkundiger Leitung besichtigt werden konnten.

Das Kröller-Müller Museum selbst ist in einem weitläufigen Gebäude untergebracht und beinhaltet das Lebenswerk von Helene Kröller-Müller, die zwischen 1907 und 1922 Kunstwerke in großem Stil ankaufte und eine der größten privaten Kunstsammlungen des zwanzigsten Jahrhunderts schuf.

Zu besichtigen ist in dem Kunstmuseum neben Spitzenexponaten moderner Meister wie Monet, Picasso und Mondriaan die zweitgrößte Van Gogh-Sammlung der Welt. So bot es sich an, dass die Besucher aus Porta Westfalica das künstlerische Schaffen van Goghs zu ihrem Schwerpunktthema dieser Kunstfahrt machten. Dabei standen nicht nur ausgewählte, bekannte Gemälde des Künstlers im Vordergrund, sondern man hatte auch die seltene Gelegenheit, einige der ausgestellten 180 Zeichnungen Van Goghs zu bewundern.

Nach diesem nachhaltigen Kunsterlebnis waren sich alle Portaner Reiseteilnehmer mit dem Urteil von internationalen Kunstkennern einig, die die Kunstsammlung und den wunderschönen Skulpturenpark als weltweit einzigartig beschreiben.

Fotos: Hans-Martin Polte

 

Kunstfahrt Potsdam 22.09. - 23.09.2018

Von den Werken des zeitgenössischen Künstlers Gerhard Richter fasziniert.

Mitglieder des Kunstkreises fuhren nach Potsdam.


Von Hans-Martin Polte

Porta Westfalica (pte).  Höhepunkt einer Studienreise des Portaner Kunstkreises nach Potsdam war der Besuch einer Kunstausstellung im neuen Museum Barberini. Mehr als 90 Werke des wohl bekanntesten und teuersten Gegenwartskünstlers Gerhard Richter sind in dieser Ausstellung zusammengetragen worden. Zu bewundern war die Entwicklung des Ausnahmekünstlers von schwarzweißen Fotobildern und Farbtafeln über die Grauen Bilder und Vermalungen bis zu den abstrakten großflächigen Gemälden. Geführt wurden die Portaner Kunstfreunde von ausgewiesenen Fachleuten des Museums, die die Werke Richters in ihrer Entwicklung von den 1960er Jahren bis heute überzeugend und informativ nahe bringen konnten.

Besonders für die aktiv künstlerisch tätigen Mitglieder des Kunstkreises waren die verschiedenen Techniken des Künstlers willkommene und bewunderte Anschauungsobjekte.

Seit Gründung des Kunstkreises Porta Westfalica e.V. vor 40 Jahren gehört es zu den selbst gestellten Aufgaben, mindestens einmal im Jahr eine Kunstfahrt zu Museen, auswärtigen Ausstellungen und kulturellen Zentren durchzuführen. So fuhr in diesem Jahr eine Gruppe von 32 Teilnehmern für zwei Tage nach Potsdam.

Neben dem Besuch der herausragenden Kunstausstellung war das Kennenlernen der ehemaligen Residenzstadt der preußischen Könige das Ziel der Studienfahrt, die von den beiden Vorsitzenden des Kunstkreises Christiane Krüger-Strothmann und Jutta Jones vorbereitet worden war.

Die prunkvolle Welt der Hohenzollerndynastie erlebte man  bei einer Schifffahrt auf der Havel mit Blick auf die Schlösser, Villen und Parks entlang der vielfach verzweigten Havelgewässer. Besonderes Interesse erweckte bei den Portanern der weitläufige Park Babelsberg entlang des Havelufers mit dem Schloss Babelsberg, denn hier residierte einst in den Sommermonaten der den Portanern vertraute Kaiser Wilhelm I.

Aber auch zu Fuß erfuhren die Besucher aus Porta Westfalica bei einem geführten Rundgang durch die Altstadt von Potsdam das Flair der alten preußischen Vergangenheit. So bewunderte man unter anderem das Holländische Viertel, das einst Siedler aus den Niederlanden nach Potsdam locken sollte, und das Brandenburger Tor am Luisenplatz, das auf Wunsch Friedrichs des Großen am westlichen Stadtausgang von Potsdam 30 Jahre vor dem bekannteren Brandenburger Tor in  Berlin erbaut worden ist.

Mit der Glienicker Brücke, einem Symbol der Teilung Deutschlands bis 1989, erlebte man aber auch ein Stück neuere Geschichte und bewunderte beim Besuch des Alten Marktes und anderen markanten Stellen der Stadt, die im Weltkrieg völlig zerstört waren, die große Wiederaufbauleistung nach der Wende.

Zu einem weiteren Höhepunkt der Reise wurde der Besuch auf der mit 76 Metern höchsten Erhebung Potsdams, dem Pfingstberg. Hier erlebte man mit dem Schloss Belvedere einen eindrucksvollen Prachtbau, von dem man mit Erstaunen erfuhr, dass er in der Vergangenheit von den Erbauern nie bewohnt worden ist.

Von den hoch aufragenden Doppeltürmen des Schlosses aus genoss man als zusammenfassenden Abschluss der Kunstfahrt einen fantastischen Ausblick auf Potsdam und die umgebende Havellandschaft.

Fotos: Hans-Martin Polte

 

"Kunstfahrt"

Sprengelmuseum Hannover

Samstag, den 14.04.2018 

Infos einholen bei Christiane Krüger-Strothmann | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Kunstfahrt 2017 | Bonn

16. / 17. September 2017

Die zweitägige Kunstfahrt führte uns in diesem Jahr in die ehemalige Bundeshauptstadt Bonn. Sie kann auf eine 2000 jährige Geschichte zurückblicken, die auf germanische und römische Siedlungen zurückgeht und damit eine der ältesten Städte Deutschlands ist.

Nach der Wiedervereinigung im Jahr 1990 und der Verlegung des Parlaments- und Regierungssitzes nach Berlin, musste sich Bonn neu erfinden. Die Stadt verfügt heute über eine große Anzahl bedeutender Museen. Eine regelrechte Museumsmeile mit fünf Museen entstand Anfang der neunziger Jahre und ist mittlerweile Anziehungspunkt für Kunst- und Kulturinteressierte aus der ganzen Welt.

So auch für die Mitglieder des Kunstkreises Porta Westfalica, die gleich nach Ankunft in Bonn das Kunstmuseum Bonn besuchten, das von dem Berliner Star - Architekten Axel Schultes entworfen und 1992 eröffnet wurde. Es zählt mit seinem „fließendem Raumkonzept“ zu den großen Museen der Gegenwartskunst. Die Architektur besticht sowohl von Außen als auch von Innen durch seine Offenheit und Lichtführung. Eine überaus kompetente Führung durch die aktuelle Ausstellung von Gerhard Richter „ Über Malen- Frühe Bilder“, die das Museum zu seinem 85. Geburtstag organisiert hat, führte uns in sein Werk ein. Die Malerei ist für Richter eine Gestaltung von Oberflächen, ein Spiel mit der Scheinhaftigkeit von Kunst, die die Realität, die hinter dem Bild liegt, allenfalls erahnen lässt. Speziell die Tür-, Vorhang- und Fensterbilder, die im Zentrum der Ausstellung stehen, führen uns dies vor Augen.

Der Nachmittag gehörte der Stadtführung in der Innenstadt, die alle wichtigen Sehenswürdigkeiten Bonns einschloss. Wir sahen das „Alte Rathaus“, in dem 1738 der Kurfürst und Erzbischof von Köln Clemens August seine Amtsgeschäfte aufnahm, das Beethovenhaus, in dem Beethoven im Dezember 1770 geboren wurde und das eine umfassende Beethoven-Sammlung zusammengetragen hat, von Musikinstrumenten über Handschriften bis zu Hörrohren. Weiter das Beethoven Denkmal, die Münsterbasilika St. Martin und das Kurfürstlichen Schloss. Das war die Residenz der Kölner Kurfürsten. Seit 1818 hat die Rheinische Friedrich-Wilhelm Universität hier ihren Sitz.

Der zweite Tag führte uns in die Bundeskunsthalle der Bundesrepublik Deutschland. Der markante Bau wurde nach Plänen des Wiener Architekten Gustav Peichl errichtet. Die  weithin sichtbaren und elegant zugespitzten Lichtkegel, die in einer leuchtend Majolika-Verkleidung erstrahlen, entwickelten sich von Beginn an nicht nur zum Wahrzeichen des Hauses, sondern auch zu einem Wahrzeichen der Stadt. Eine steile Treppe führt hinauf zur bepflanzten Dachlandschaft, die als öffentlicher Raum für Skulptur- und Gartenausstellungen dient. Die Architektur im Inneren bietet ein differenziertes und variables Raumkonzept, das sowohl mit Tages- als auch mit Kunstlicht beleuchtet werden kann.

Die aktuelle Ausstellung war einem Maler der frühen  Moderne, dem Schweizer Ferdinand Holder gewidmet, der von 1853 – 1918 gelebt hat. Rund 100 zum Teil großformatige Gemälde und 40 Zeichnungen veranschaulichen eindrücklich, welche Etappen und Ereignisse zu seinem internationalen Erfolg beigetragen haben. Auch diese Ausstellung wurde uns durch eine überzeugende und professionelle Führung näher gebracht.

Die letzte Station unserer diesjährigen Zweitagesfahrt führte uns in den schönsten Garten der Stadt, den Botanischen Garten. Hinter dem Poppelsdorfer Schloss gelegen, das z.Z. geschlossen und restauriert wird, ist er der Universität Bonn angeschlossen und einer der ältesten Gärten  Deutschlands. So wurden unsere Führungen denn auch von zwei bewanderten Doktoren der Botanik mit viel Leidenschaft und Hingabe durchgeführt. Kernaufgabe als universitäre Einrichtung ist hier Forschung und Lehre mit dem Kultivieren von etwa 11000 Pflanzenarten. Der Garten ist aber auch Naherholungsgebiet der Bonner Bürger, sowie Veranstaltungs- und Begegnungsort. Nach einem gewaltigen Regenguss vor der Führung kam die Sonne wieder zum Vorschein und bescherte uns im Botanischen Garten einen zauberhaften Ausklang unserer Kunstreise.

Kunstfahrt 2017 zur „documenta 14“

Die documenta in Kassel ist die bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst weltweit. Seit 1955 zeigt sie alle fünf Jahre die aktuellen Tendenzen der Gegenwartskunst und bietet gleichzeitig Raum für neue Ausstellungskonzepte. In diesem Jahr ist Adam Szymczyk der künstlerische Leiter und sucht nach neuer Inspiration. So wechselt die documenta in Kassel nach 60 Jahren die Perspektive!  Unter dem Titel „von  Athen lernen“  ist die griechische Hauptstadt Athen zum ersten Mal gleichberechtigter Gastgeber, quasi eine Verdoppelung der documenta. Dadurch gewinnt sie eine neue Dimension hinzu, und der kritische Dialog kann beginnen. Die Hauptthemen der „documenta 14“ sind Flucht, Unterdrückung, Unsicherheit und Gewalt. In einen kritischen Dialog treten und Fragen aufwerfen wollten auch viele Mitglieder und Freunde des Kunstkreises Porta Westfalica und so machten sie sich am 1. Juli auf, diesem außergewöhnlichen Kunstereignis beizuwohnen.Schon von Weitem war die Arbeit der argentinischen Künstlerin Marta Minujin „Parthenon of books“ zu sehen, eine maßstabsgetreue Replik des Tempels der Athener Akrolopis. Sie setzt ein Zeichen gegen das Verbot von Büchern und gegen die Verfolgung ihrer Verfasser. Über 100000 verbotene Bücher weltweit wurden für die Realisierung des Werkes benötigt, jeder Besucher kann auch heute noch ein verbotenes Buch mitbringen. Auch einige Mitglieder der Portaner Gruppe hatten ein verbotenes Buch dabei. Alles zu sehen kann bei der Menge der Kunstwerke nicht realisiert werden, denn die Ausstellung ist über die ganze Stadt verteilt. So hat der Kunstkreis Porta Westfalica sich ganz auf einen zweistündig geführten Rundgang durch die Ausstellung im Fridericianum konzentriert. Das hat vorübergehend eine neue Inschrift über dem Portal erhalten: „Being safe is scary“ ( Sicher sein ist beängstigend). Diese Inschrift ist ein documenta- Beitrag der in Ankara geborenen Künstlerin Banù Cenntoglu. Im Fridericianum ist die Sammlung des Athener Museums für zeitgenössische Kunst mit Werken vorwiegend griechischer Künstler untergebracht. 230 Werke von siebzig Künstlern werden hier gezeigt. Viele sind in den letzten zwei Jahren entstanden, aber auch Kunstwerke aus der Zeit der Diktatur sind darunter.unächst ging es tief in das Gewölbe unter dem Fridericianum zum Filmprojekt „Good Luck“ von Ben Russells. Er beschreibt darin die soziale und globale Dimension der Politik, die mit der Gewinnung der Bodenschätze betrieben wird. Der US- amerikanische Künstler hat Arbeiter in der Goldmine in Surinam und in einer Kupfermine im serbischen Bor gefilmt. Scheinwerfer leuchten in verschwitzte Gesichter, Abgase ziehen durch die engen Stollen. Ben Russell lässt die Männer über ihre schwere Arbeit, über ihre Hoffnungen und ihr Wünsche sprechen.                                                     

In der Eingangshalle des Fridericianum wird ein farbenfrohes Mosaik auf den Boden projiziert. Besucher werden Teil des Mosaiks in vielen bunten Farben. Der Künstler Nikos Alexiou will hier das geometrische Muster eines orthodoxen Klosters in das digitale Zeitalter überführen. Dies ist die einzige Arbeit im Fridericianum, die sich mit der Schlüsseltechnologie unserer Epoche beschäftigt. Die  Video Arbeit „Looking for a Place“ von Nikos Navridis zeigt Personen mit Gummikappen  über den Köpfen, die während ihres orientierungslosen Umhertappens zwischen Ballons die Gummikappen über ihren Köpfen mittels ihrer Atemluft aufblähen und so folglich selbst zu Ballons mutieren.

Ganz oben im Museum präsentiert sich ein zerborstenes gläsernes Flaggen-Meer, und ein Stockwerk darunter zischt und blinkt es gruselig in Mona Hatoums verrotteter Fabrik. Und seit  der Eröffnung der documenta in Athen raucht es über dem Museumsgebäude in Kassel. Der Zwehrenturm hat sich in einen gewaltigen Schlot verwandelt. Der in Bukarest geborene Künstler Daniel Knorr hat das Kunstwerk  „Expiration Movement“  eigens für die documenta entworfen.

Auf eigene Faust erkundeten die Portaner Besucher zahlreiche Kunstwerke der documenta 14  im öffentlichen Raum. So die Röhreninstallation des in Berlin lebenden iranischen Künstlers Hiwa K , der bei seiner Flucht vor vielen Jahren in solchen Röhren Unterschlupf fand. In Kassel haben sich Studenten in den Röhren wohnlich eingerichtet. Es gibt ein Badezimmer, Kakteen als Deko, eine Küchenzeile, Bücherecken. Der Künstler will an Flüchtlinge erinnern, die in der griechischen Hafenstadt Patras in solchen Röhren hausen mussten. Ein 16 Meter hoher Obelisk aus Beton des nigerianisch stämmigen und in Amerika lebenden Künstlers Olu Oguibe steht auf dem Königsplatz, mitten in der Shopping- Meile, mit gold- arabischer Inschrift. Auf dessen Seiten ist in Englisch, Deutsch und Türkisch die Botschaft zu lesen: „ich bin Fremdling gewesen und ihr habt mich beherbergt“. Der Künstler hat damit  ein Symbol für das Leben im Exil errichtet. Trotz des Regenwetters am Nachmittag sind alle zufrieden, müde und mit vielen inspirierenden und aufrüttelnden Eindrücken von der Kunstexkursion zur „documenta 14“  nach Porta Westfalica zurückgekehrt.   

Kunstfahrt 2016 - Antwerpen

17. / 18. September

Das Museum aan de Stroom – Antwerpens neues Wahrzeichen, war die erste Station der zweitägigen Kunstreise des Kunstkreises Porta Westfalica. 27 Mitglieder und Freunde des Kunstkreises hatten sich schon früh am Morgen von Porta Westfalica auf den Weg gemacht, um im Norden Belgiens- in Flandern-  die Diamantenmetropole Antwerpen mit ihrem drittgrößten Seehafen in Europa zu besichtigen. Das grandiose neue Museum, kurz MAS genannt , das von dem niederländischen Architekten Michiel Riedjik entworfen wurde,  liegt da, wo der Hafen anfängt und wo früher das große Handelshaus der Hansekaufleute stand. Es ist ein beeindruckendes Gebäude, in der Gestalt eines turmhohen Lagerhauses entworfen und verkleidet mit rötlichem, handgearbeitetem Sandstein aus der indischem Stadt Agra. Es ragt 65 Meter hoch vom Eilandje des Hafens in den Himmel und zu unseren Füßen liegt auf dem Museumsvorplatz das Mosaik „ Dead Skull“ von Luc Tuymans. Das MAS ist aber nicht nur Schaudepot der Kunstsammlung Antwerpens, es ist auch Fußgängerboulevard, Dachpanorama, Restaurant und vieles mehr. Das MAS ist ganz einfach ein Gesamterlebnis. Es sammelt die Spuren der Handelsgeschichte dieser Stadt, unterteilt die einzelnen Stockwerke in verschiedene Themenbereiche, die miteinander verflochten sind  und die spannende Geschichten zu erzählen haben. Der spiralförmige Boulevard im Museum entlang der Glasfronten jedes Stockwerks lädt zu einem vertikalen Spaziergang ein, der immer wieder einen einzigartigen Blick auf Antwerpen, die Schelde und den Hafen bietet, und mündet ganz oben mit einem grandiosen Ausblick von der Dachterrasse, wo stets vom Meer der Wind der Welt her weht.
Der zweite Tag begann mit einer dreistündigen Stadtführung am Bahnhof Antwerpen-Centraal. Mit seiner Fassade und der beeindruckenden Empfangshalle aus dem 19. Jahrhundert zählt er zu den schönsten Bahnhöfen Europas.                                                                                                         

Im Herzen der Stadt liegt der Grote Markt mit seinen schmalen, gut restaurierten  Gildehäusern aus dem 15. und 16. Jahrhundert, dem spätgotischen Rathaus und der prächtigen Liebfrauenkathedrale im  gotischen Kirchenbaustil, einem  Meisterwerk der flämischen Baukunst. Diese konnten wir schon abends zuvor, angeleuchtet in Goldgelb, bei sommerlichen Temperaturen und dem besonderen Flair beim Abendessen und flanieren genießen. Viele verwinkelte Gässchen und ihre Gebäude geben Auskunft über diese mittelalterliche Altstadt, die bis heute zu den imposantesten  historischen Orten des Landes gehört. Und natürlich lockten  auch die belgischen Chocolatiers  ihre verführerische und für ihre besondere Qualität berühmte Schokolade zu probieren. Wahrhaft ein Traum!
Der Abschluss unserer diesjährigen Kunstfahrt führte uns zum Middelheimer Skulpturenpark, mit mehr als 100 Jahren Baukunst. Hier sahen wir historische Werke, wie das „Denkmal für Balzac“ von Rodin und von Henry Moore „König und Königin“. Zu den außergewöhnlichen zeitgenössischen Werken gehören die riesige Kugel „Yayoi“ des amerikanischen Künstlers Cory McCorkle, sowie das auffallend ungewöhnliche Boot in E. Wurms Arbeit „Misconcievable“. Allein hier hätte ein ganzer Tag nicht ausgereicht, um alle Kunstwerke genauer zu betrachten. Das angrenzende  Middelheimer Schloss mit Besucherzentrum und Cafè lud uns zum Verweilen ein, was wir dankend annahmen, um unsere Kunstreise mit einer flämischen Rhabarber- oder Pflaumen-Tarte zu krönen.

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